Kratzer im Lack entfernen – mit Politur und Lackstift

Lackkratzer wird per Politur behoben.
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Kratzer ist nicht gleich Kratzer

Die meisten Kratzer im Lack sind oberflächlicher Natur. Oftmals werden sie unbeabsichtigt vom Fahrzeugbesitzer selbst verursacht. Schon ein leichtes Streifen mit der Armbanduhr kann kleine Schrammen im Autolack hinterlassen. Beim Vorbeugen über die Motorhaube – etwa zum Nachfüllen von Öl oder Wischwasser – hinterlässt eine Gürtelschnalle Kratzer im Lack. Kleine Karambolagen und mutwillige Beschädigungen können ebenfalls einen Lackschaden verursachen.

Geht ein Kratzer tiefer als die Schutzschicht aus Klarlack und hat die Füllschicht oder die Grundierung verletzt, kann nur ein versierter Lackdoktor die schadhafte Stelle mit Lack auffüllen und auspolieren. Berührt ein Lackkratzer gar das nackte Blech, ist eine Neulackierung fällig. Viele Kratzer im Lack stellen indes nur Beschädigungen des Klarlacks dar. Erkennen lässt sich dies nach einer Befeuchtung am Durchschimmern der Wagenfarbe. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann sich der Autofahrer selbst an die Arbeit machen. Das Auffüllen der Kratzer im Lack mit Wachs, wie oft von Waschstraßenbetreibern angeboten, ist meist nicht von Dauer und lässt die Kratzer nach einiger Zeit wieder erscheinen. Langfristige Abhilfe verspricht eine lokale Politur.

Die Politur lässt Mikrokratzer verschwinden

Eine Politur sollte stets im Freien durchgeführt werden. Gebraucht wird ein bewölkter Himmel oder ein Platz im Schatten – pralles Sonnenlicht ist zu vermeiden. Kunststoffteile sind abzukleben, da Polierrückstände schwierig zu entfernen sind. Durch eine Reinigung mit Isopropanol wird rund um die schadhafte Stelle ein trockener und fettfreier Untergrund hergestellt. Anschließend wird der Lack mit nassem Schleifpapier aufsteigender Körnung geschliffen. Bewährt haben sich die Körnungen 1500, 2000 und 3000. Die Schleifrückstände lassen sich mit einem Mikrofasertuch abnehmen.

Wer keinen kleinen Exzenterschleifer einsetzen kann oder will, greife zu einem Handpolierpuck oder einer Handpolierhilfe. Die Schleifpads werden auf der Klettoberfläche des Polierpucks befestigt. Für den Schliff mit 1500er und 2000er Körnung wird eine Feinschleifpolitur aufgetragen und gleichmäßig verteilt. Je nach Lage und Gestalt des Kratzers empfehlen sich exzentrisch kreisende Bewegungen oder gerade Züge. Mit einem Mikrofasertuch die Reste abnehmen. Zum Glätten mit der 3000er Körnung ist eine Hochglanzpolitur aufzutragen. Alle Rückstände mit Isopropanol und einem Mikrofasertuch entfernen. Nach abschließender Sichtprüfung sollte die reparierte Stelle mit einem Detailer versiegelt werden.

Der Lackstift deckt kleine Makel ab

Für kleine, punktuelle Beschädigungen im Lack kommt ein Lackstift in Frage. Diese Schäden entstehen oft durch von vorausfahrenden Autos hochgeschleuderten Split. Vorsicht: Ist die schadhafte Stelle bereits korrodiert und hat sich erster Lochfraß gebildet, ist eine Vorbehandlung mit Rostumwandler und Korrosionsschutz notwendig. Zur Lackierung braucht der Autofahrer einen Lackstift im Farbton des Fahrzeugs. Der exakte Farbcode lässt sich je nach Fahrzeugmodell einer Plakette im Motorraum, Türbereich oder Kofferraum entnehmen. Lackstifte bekommen Sie auch in unserem Online-Shop.

Lackstifte gibt es als 1-Schicht- und 2-Schicht-Stifte. Beim 2-Schicht-Stift ist Klarlack im Set enthalten, das der ausgebesserten Stelle Glanz verleiht und sie wetterbeständig macht. Die Vorgehensweise ist einfach:

  1. Die schadhafte Stelle vorab gründlich reinigen.
  2. Vor dem Auftragen des Lacks den Lackstift schütteln und den Hinweisen des Lackstift-Herstellers folgen.
  3. Beim Auftragen der Farbe schichtweise vorgehen. Auf Nummer sicher geht, wer das Verhalten des Lackstifts vorab an einem Stück Blech testet.
  4. Sobald eine deckende Lackschicht aufgetragen wurde, lässt sich die reparierte Schadstelle mit Klarlack versiegeln.

Ein Vorzug von Lackstiften ist ihre unkomplizierte Handhabung und die günstige Art der Reparatur. Bei umsichtiger Anwendung lässt sich so ein befriedigendes Ergebnis erzielen.

Vorbeugen ist besser als jede Politur

Mit einer Lack-Versiegelung kann der Autofahrer über einen gewissen Zeitraum neue Kratzer im Lack vermeiden. Bei der klassischen Versiegelung mit Hartwachs liegt das Wachs auf dem Lack auf. Der Nachteil: Der glänzende Schutz ist oft bereits nach einigen heftigen Regengüssen wieder verschwunden. Bei der Nano-Versiegelung geht die Nanoschicht eine Verbindung mit dem Lack ein, daher hält sie länger. Langfristigen Schutz vor Kratzern versprechen auch Anbieter von teflonhaltigen Lackversiegelungen.

Sprechen Sie unsere Mitarbeiter an einem WILLY TIEDTKE Standort in Ihrer Nähe gerne auf die Versiegelungsmöglichkeiten an und lassen sich beraten.

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